Krawatte binden – Eine Kunst für sich
Viele Männer – und auch manche Frauen – kennen die Situation, wenn sie mit der Krawatte um den Hals vor dem Spiegel stehen, und versuchen einen anständigen Knoten hinzubekommen. Man hat zwei lose Enden in der Hand, doch das gekonnte Zusammenbringen fällt schwer. Dabei wurden Halstücher schon kurz nach Christi Geburt von römischen Soldaten gebunden.
Die erste Krawatte in der heutigen Form wurde jedoch erst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts von einem Londoner Schneider erfunden. Fast zeitgleich schwang sich auch das Krawatte Binden fast zu einer Kunstform auf. Je nach Mode wurde der Krawattenknoten mal breiter oder mal schmaler getragen. Zu den Standardknoten zählen unter anderem der Windsor- und der Prattknoten. Doch auch jede Menge Sonderknoten lassen viel Raum für Fantasie und Geschicklichkeit. Generell unterscheidet man beim Krawatte binden symmetrische und asymmetrische Knoten.
Des Weiteren macht es auch einen Unterschied, ob die Naht der Krawatte, die um den Hals geschlungen ist, nach außen oder nach innen zeigt. So zeigt beispielsweise die Naht des Windsorknotens nach außen und die des Prattknotens nach innen. Beide Knoten müssen sich allerdings, wenn sie richtig gebunden sind, zerfallen, wenn das schmale Ende aus dem Knoten gezogen wird.
Ebenfalls ein Klassiker unter den Krawattenknoten ist der Four-in-Hand. Er gilt auch als einer der Einfachsten. Hierbei wird lediglich das breite Ende der Krawatte über das Schmale gelegt und von hinten nach vorne durch die entstehende Schlaufe gezogen. Der Legende nach sollen früher Kutscher die Zügel der Pferde so geknotet haben.
Etwas schwieriger wird es dann schon beim einfachen oder halben Windsorknoten. Hier wird zunächst das schmale herabhängende Ende der Krawatte einmal umschlungen, bevor es kreuzweise von links nach rechts um die Halsenden geschlungen wird. Abschließend wird es dann durch die so entstandene Schlaufe gezogen.
Zu den moderneren Varianten zählt der Merowinger-Knoten, der nach der gleichnamigen Figur aus dem Film Matrix benannt wurde. Hierfür ist jedoch eine extra lange Krawatte nötig, da zunächst zwei waagerechte Ringe gebunden werden, die in einen kleinen Knoten münden.
Wem die Beschreibungen nun aber Knoten im Hirn verursachen, findet im Internet eine große Auswahl bebilderter Varianten, die in einzelnen Schritten die Fertigung erklären.
© Viktar Ramanenka – Fotolia.com

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